Samstag, 22. August 2015

37. Tag: Von Chateau-Thierry nach Epernay


Einen Tag - einen ganzen, kompletten Tag - nur durch Weinberge gefahren. D.h. wenn nicht durch Weinberge, dann an Champagnerweingütern/Kellern /Dörfern vorbei. Alles was Rang und Namen hat, lag am Wegesrand.
Da wird man schon beduselt vom Lesen der Namen.

Doch von Anfang an:

Heute Morgen bin ich das letzte Paket Karten losgeworden. Jetzt habe ich noch 3 vor mir, d.h. 2 in der Tasche und eine in Arbeit.
Ein sonniger Morgen. Es wird heiß werden. Die ersten Kilometer geht es gemütlich nahe der Marne entlang.
Oben ein riesige Denkmal, das an die Opfer der amerikanischen Armee während des I. Weltkrieges, in der 2.Marneschlacht erinnert.

Unvorstellbar, dass in dieser idyllische Landschaft die schlimmsten Gemetzel stattgefunden haben, die sich bis dahin Menschen gegenseitig angetan haben - aber es sollte ja noch schlimmer kommen. 
Wie friedlich dieser Morgen 100 Jahre später ist!

An dem ein deutscher Radfahrer fröhlich pfeifend die Marne entlang fährt und die wenigen Menschen, die schon auf der Straße sind,  ihn freundlich grüßen und  ihm eine gute Reise wünschen!

Die ersten 20 km sind sehr entspannt. Ich habe mal wieder Zeit und Muße über die wichtigen Dinge im Leben nachzudenken.

Z.B:


Warum pflanzen viele Weinbauern an den unteren Rand einer Reihe eine Rosenstock? Einfach so, weil es ihnen gefällt, weil es schön aussieht? Oder gibt es einen Grund dafür? Aberglaube? Hält das die Rebläuse ab, oder wird bei der Geburt eines Kindes .... Mann, das wären Großfamilien!!! Weiß jemand den Grund?
Mit der Zeit wird das weite Marnetal etwas enger. Die Straße weicht in die Weinberge aus. Bisher war, rechts die Marne,  vielleicht noch ein Maisfeld und links waren die Weinberge. Jetzt habe ich auch links Weinberge, und die Straße geht immer weiter nach oben. Gefällt mir gar nicht, aber was soll`s  dann muss ich halt wieder aus dem Sattel.
Und die vielen Dörfern  bieten dir Weinproben ohne Ende, aber wieder mal keinen Kaffee an. 
Gelobt sei dein Name: Verneuil !! 
Hier gibt es tatsächlich eine Bar - und sie hat offen. Die beiden anwesenden Herren trinken - natürlich ein Glas Champagner ! (zumindest sieht das Glas so aus) und haben der hübschen Wirtin auch eins spendiert. Aber ich bekomme meinen Kaffee.Der Vormittag ist gerettet.
Langsam wird es heiß, richtig heiß. Und an den Anstiegen legt sich die Sonne an. Logisch, nicht umsonst sind hier die Hügel mit Weinbergen vollgepackt.


Die Trauben können noch gut Sonne vertragen - ich käme auch mit etwas weniger aus.

Ich hätte gern langsam meine Mittagspause gemacht. Kein Schattenplatz, kein Bänkchen, nicht mal eine Parkbucht zum Hinstehen. 
Es ist schon fast Ein Uhr, da komme ich wieder an die Marne runter. Perfekt!!


 Pause. Die Marne sieht hier ziemlich kalt aus. Ob Friederike da rein wäre? 
Es ist ein Vogelparadies. 2 Eisvögel zischen mehrfach mit einem Affenzahn über die Marne hin und her. Ein anderer, etwa so groß wie ein Zaunkönig, aber mit einer rostroten Brust und ein fürchterlicher Flieger, kam mir noch nicht unter. Das Anglerpaar nebenan ist auch im Glück, sie holen in meiner Mittagspause 2 - nicht übertrieben große Fische heraus,

Scheinen aber sehr erfreut über ihr Anglerglück, und deuten mir an, dass es heute Abend "Fisch" gibt.

Gegen 15:00 fahre ich in Epernay ein. Der Ort wirkt in der Nachmittagshitze  wie ausgestorben.

Nach einer ausgiebigen Siesta, beginnt das obligatorische Bikeseeing  (es gibt einfach keine bessere Art eine Stadt zu erkunden). 
Ich kann ja schlecht 2 Tage am Champagner vorbeiradeln ohne an einer Champagner-Probe teilzunehmen. In Epernay kein Problem, die Champagner-Allee ist ja legendär. In einem Pavillon des Touristenbüros kann man sich einmal "Rundtrinken" .
Wollt ihr wissen, wann Euer Blogger in den Zustand völliger Zufriedenheit verfiel?



Heute war ein Tag, an dem ich mal wieder Zeit hatte, an einem Gedicht rumzupfriemeln:

Statt eines Photos II:

Auf dem Bauhof von Mont-Saint-Pierre,
neben den Umleitungsschildern,
zwischen Brennnesseln
 ein Denkmal:
"Zum Gedenken an
an den großen Sohn der Stadt 
Alphonse Jumillier" 

Bis Morgen!


3 Kommentare:

  1. Weil's schön aussieht, sagt Margit. Jutta sagt fragen wir doch Peter. Und die Helga unsere große Weinkennerin sagt das ist die Farbe des Weins der angebaut wird.

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  2. Weil's schön aussieht, sagt Margit. Jutta sagt fragen wir doch Peter. Und die Helga unsere große Weinkennerin sagt das ist die Farbe des Weins der angebaut wird.

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