Mittwoch, 12. August 2015

27.Tag: Von Chateaubriant nach Chateau-Gontier

Wow! Was für ein Tag. Ein Dreifach Hoch auf die D-Straßen. Nicht einmal falsch gefahren! Wunderbare kleine Sträßchen, wenig, bis kaum Verkehr. Schilder immer dort,  wo man sie braucht.


Ich habe mich sogar auf eine C-Straße eingelassen. Noch kleiner noch verschlafener, noch einsamer - aber immer noch gut ausgeschildert.

Von allen Ds der letzten Tage, der D90, D3, D15. D33, D1, D2, D35, D40, D203, 181, D78,....,war die D34 heute Morgen bisher die schönste.

Aber von Anfang an:

Nachdem ich gestern Chateaubriant so verschnarcht beschrieben habe, wollte sich der Ort anscheinend rehabilitieren. Direkt gegenüber des Hotels ging auf einmal der Punk ab. Ein Konzert in einem Hinterhof und Leute auf den Dächern.

Gute Musik, tolle Sängerin. Ich überlege, ob ich runter soll, bis ich mich entschieden habe, ist das Konzert schon zu Ende. Es schien mir so, als habe sich jemand beschwert.
Heute Nacht hat es geregnet. Am Morgen ist die Luft, feucht, schwer und warm, fast tropisch. Das kann heiter werden.
Die Dame an der Rezeption kennt sich aus und gibt mir den richtigen Tipp, wie ich auf der D34 aus der Stadt rauskomme. Das ist nicht immer so. Oft haben die Leute keine Ahnung, wenn man sie nach kleinen Orten in der Umgebung frägt. Und die D Zahlen sagen ihnen überhaupt nichts. Komisch, ich könnte doch auch jemand erklären, wie er nach Hoppetenzell kommt.

Im Nu bin ich aus der Stadt und in der bretonischen Marsch. Boreas ist noch zugange, aber das stört mich überhaupt nicht. Ich fahre genau der Sonne entgegen ich lasse ihn lässig an der linken Schulter abprallen.

Dann wird es richtig schön. Ich fahre durch den Foret de Juigné - kilometerlang. Links und rechts der Straße ein undurchdringliches Farndickicht, z.T. über 2 m hoch, dahinter Eichen, Buchen, Esskastanien, mal eine Kiefer. Wunderschön. Dann kommt das "Geistergasthaus im Juignér Wald",


Und kurz danach werde ich aus meiner morgendlichen Hochstimmung gerissen. Ein Denkmal für Erschossene  der Resistance. Nachdenklich hat mich vor allem gemacht, dass auf dem Grabmal stand: Umgebracht durch die "Nazi-Barbarei und durch Verrat". Das ist sieht man nicht oft, dass auch Verräter, erwähnt werden. Da sitzt etwa ganz tief. Ein einfacher Gedenkstein und dahinter ganze Dramen. Diese Gedenkstätte beschäftigt mich noch lange.
Der Wald zieht sich endlos hin. So kann es weitergehen, flach, kein Gegenwind...
Wer den Blog verfolgt, weiß, dass es
 -N I E- "so" weitergeht. Kaum aus dem Wald,  habe ich schon wieder Gegenwind, ist denn auf Boreas auch kein Verlass!!
Und die Hügelei fängt wieder an. Immer noch schön, immer noch mit kleinen Seen am Wegesrand. Da ich aber vergessen habe eine Banane zu kaufen, habe ich heute nicht einmal einen Grund "niemand" beim Baden zuzuschauen:

Felder, Weiden, verschlafene Dörfer (in denen es nicht mal mehr eine offene Bar gibt).Das eine oder andere Feld sieht sehr seltsam aus. 


Ich gehe mal davon aus, dass es die THCarme Variante ist!

Die Hügel werden höher und die Anstiege steiler. Aber so langsam verfeinere ich meine Technik und offensichtlich meine Kondition. Früher hat man doch "Intervalltraining" dazu gesagt, oder? 
Bei Segré stoße ich zum ersten Mal seit langem wieder auf einen Fluss, "L´Oudon." Wäre schön, wenn mich ein Fluss eine zeitlang adoptieren würde.


Das Glück dauert keinen Kilometer dann geht es hoch, aber richtig. Länger und steiler,als je zuvor.
So langsam begreife ich, dass hier die Flüsse nicht kommerziell schiffbar waren, daher gibt es auch keine Treidelpfade oder Straßen in Ufernähe. Im Gegenteil, die Straßen gehen auf die Höhe und bleiben mehr oder weniger oben. Auch in Deutschland sind alte Straßenverläufe eher dem Flussverlauf oben gefolgt, als unten, wo Sümpfe, Überschwemmungen und Überfälle häufiger waren. 
Richtung Chateau-Gontier fahre ich praktisch parallel zur Mayenne, aber eben gaanz oben. 
Wenn man diese Streckenführung einmal akzeptiert hat, dann kann man es auch genießen. Was mir vor allem aufgefallen ist, dass ich nach all den Jahren meine Schalttechnik in den kleinen Gängen noch erheblich verfeinern kann. Gegen Ende des Tages bin ich die Steigungen deutlich schneller hoch gekommen, obwohl ich da schon ziemlich im Reservebereich gefahren bin.


Am besten hat mir der kleine Ort Moliéres gefallen - und hinter der Kirche ein Ausblick! Ein Höhenkamm mit Blick in beide Richtungen. Als Foto kommt das nicht rüber.
Hier ist der Himmel noch blau. Es ist aber schwül, schwül, schwül. Einige Dörfer weiter, hat der Himmel die gleiche Färbung wie die Schieferdächer der Kirchen.Es kommt jedoch zu keinem Gewitter, das zieht weiter, die Hitze bleibt.
In Chateau-Gontier komme ich gegen 15.00 an. Das Hotel ist schnell gefunden. Der Ort ebenso schnell erkundet. Wirkliche Highlights Fehlanzeige. Danke, Chateau-Gontier. Allerdings habe ich die schönste Bar meiner bisherigen Reise gefunden. Die Besitzerin ist ganz stolz, als ich sie frage ob ich Photos machen darf.

Heute werde ich mal wieder richtig "speisen" im Parc Hotel. Nach vielen Tagen in denen ich in kleinen Garküchen, indonesisch, vietnamesisch, angolanisch, türkisch, - und immer wieder Spaghetti gegessen habe, - was alles super lecker und extrem günstig ist, will ich heute  3 Gänge und FLEISCH.
Während ich heute durch die Wälder fuhr,  habe ich mir immer wieder vorgestellt, wie wohl ein Wildschwein schmeckt, dass sich nur von Eicheln, Bucheckern und Maronen ernährt...

By the way - heute habe ich gebadet! 

Was ich mir merken mus:

Wenn Orte in ihrem Namen Mont oder ähnliches führen, dann ist das ein sicherer Hinweis darauf, dass sich diese Orte irgendwo oben befinden. Merk´dir das bitte!!




3 Kommentare:

  1. Gebadet? Was für ein Luxus! Gab es im Hotel eine Sauna mit Whirlpool? Oder ein Bierschaumbad im alten Eichenfass? Das möchten wir doch genauer wissen.

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    1. Weder noch! Nur einen stinknormalen kleinen Swimmingpool!!!

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  2. Gebadet? Was für ein Luxus! Gab es im Hotel eine Sauna mit Whirlpool? Oder ein Bierschaumbad im alten Eichenfass? Das möchten wir doch genauer wissen.

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