Freitag, 14. August 2015

29.Tag: Von LeMans nach Nogent-Le-Rotrou


Hurra, ein Tag mit einem Fluss, dem man folgen kann. Endlich mal wieder im Tal bleiben.



Doch von Anfang an. 

Eigentlich schade, dass ich nicht einen Tag länger in LeMans geblieben bin, denke ich beim Rausfahren. Hätte sich sicher gelohnt. So mache ich noch eine Stadterkundung light, Kathedrale und Römermauern, das muss für dieses mal reichen.


Der Karte nach war es nicht ganz so einfach, zwischen all den Ringstraßen, Autobahnen, Gleisen und Industrieanlagen kleine Sträßchen zu finden. Die rue l´Eventail führt direkt aus dem Zentrum. Kleine Straße,
nur blöd, dass sie über den Berg will. Dafür geht sie aber nahtlos in die route de l´Eventail. Was die Route mit einem "Fächer" zu tun hat, kann ich nicht herausfinden, sie führt mich aber direkt in den kleinen Ort- zwischen allen Autobahnkreuzen, von dem aus ich mich an die Huisne heften möchte, die mich bis zu meinem heutigen Ziel bringen soll. Die Huisne mündet in LeMans in die Sarthe. Soweit die Theorie. In 
Yvre-l´Eveque endet mein großartiger Plan an einem Bauzaun. Die Brücke, über die ich müsste, gibt es gerade nicht mehr, sie wird neu gebaut. Der ganze Verkehr wird umgeleitet - zuerst über den Berg, und dann auf eine 4-spurige Schnellstraße. Nicht lustig. Ich studiere meine Karte, es gibt keine andere Möglichkeit, als etwa 2 Kilometer auf der Schnellstraße zu fahren, um dann über einige Umwege an "meine Huisne" zu kommen.
Wrrrrrrzum, Wrrrrrzum, viele Lastwagen, viel Verkehr. Von Fahrradverbot keine Rede. Außerdem hat sie einen breiten Randstreifen - bis zur nächsten Baustelle. Wieder eine Brücke. Schmalmachen und drüber. So was möchte ich nicht jeden Tag machen müssen.
Aber dann, nach insgesamt etwa 6 km Umweg bin ich endlich auf dem geplanten Weg und der gemütliche Teil des Tages kann beginnen. Die Sträßchen bleiben wirklich im Tal, der Wind kommt leicht von hinten. Allerdings ist es kalt und die Regenwolken ziehen quer zur Fahrtrichtung. Aber außer 10 min Nieselregen bleibe ich trocken. Ich kann mich nur nicht entscheiden, Jacke aus oder Jacke an? Mit Jacke zu warm, ohne Jacke zu kalt. Dann auf Dauer doch lieber ein bisschen "zu kalt".
Die "Huisne" macht sich eher rar. Nur ein oder zwei Mal gibt es einen direkten Uferweg. Aber die Städtchen, haben alle s/H, da kann ich gar nicht falsch fahren und außerdem gibt es noch die Bahnlinie, die mir auch den Weg weist. Aber ich muss höllisch aufpassen, wann ich das Ufer der Huisne, wann die Bahnlinie kreuzen muss. Sonst kann es passieren, dass es nicht weiter geht. Ich passe auf, es geht immer weiter.

Es gibt sogar noch Waschhäuser am Ufer. 
Endlich mal wieder ein Tag, um seinen Gedanken nachzuhängen.
Ab und an riecht es nach Kohl und verfaulenden Äpfeln. Ein untrügliches Zeichen, dass der Sommer nicht ewig dauert. 
Am Nachmittag kommt die Sonne wieder raus. Es wird warm. In La Ferté-Bernard stößt mein ausgeklügelter Wegeplan auf wenig Verständnis. Ich finde niemand, der mir weiterhelfen kann. Dann muss ich die Karte halt noch etwas genauer unter die Lupe nehmen. - Es klappt. Auf der der winzigen C3 und dann auf der C1 geht es weiter - ohne Verkehr, sehr entspannt.

Dort wo die Bäume sind,  schlängelt sich meine Huisne Sie ist, das letzte Mal als ich sie sah, schon deutlich kleiner. "Oho", denke ich. Das bedeutet doch hoffentlich nicht, dass ich am Ende des Tages auch am Ende des Tales ankomme. Was das für Morgen bedeutet kann ich mir ausmalen.
Aber zuerst hat ein Herr Baron beschlossen, dass die C1 auch an seinem Chateau vorbeiführen muss.
Ich hätte ihn würgen können. Das war das steilste Stück des Tages.

Eigentlich ist das Chateau hauptsächlich ein großer landwirtschaftlicher Betrieb. 

Wegen des Umwegs am Morgen, sind es nun doch wieder etwa 70 km geworden. Aber viel entspanntere 70 km. 
Nogent-Le-Rotrou ist hauptsächlich als Ausgangsstation für den "Parc Naturel Regional du Perche" interessant. Aber Natur habe ich seit vielen Tagen. Und sonst? Ein Chateau, aber auf einer Anhöhe auf der anderen Seite des Tales. Das wird ein ruhiger Abend.
So langsam muss ich mir auch Gedanken machen, wie ich die nächsten Tage gestalte. Soll ich in Chartres einen Ruhetag einlegen? Oder weiter nach Paris? Und dort etwas länger bleiben. Soll ich ganz nach Paris rein? Oder mir einen Vorort aussuchen, von dem man gut mit den Vorortzügen ins Zentrum kommt?
Um Paris herumfahren, das bedeutet wahrscheinlich, mehrere Täler und Hügel kreuzen. Die Seine runter- und die Marne raus, das wäre ein guter Plan, aber dazu muss ich mitten durch Paris.
Ich habe ja noch Zeit die Karten zu wälzen und Pläne zu schmieden.

Bis Morgen

3 Kommentare:

  1. Wie wäre es mit einer Runde um den Arc de Triomphe, dann kannst Du schon mal Deinen Zielort lesen!

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    1. Lieber Hubert, das mach ich! Allerdings wäre es schön, wenn mich jemand fotografieren würde, wie ich freihändig, mit der Faust nach oben über das Etappenziel fahren würde!!!

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    2. Lieber Hubert, das mach ich! Allerdings wäre es schön, wenn mich jemand fotografieren würde, wie ich freihändig, mit der Faust nach oben über das Etappenziel fahren würde!!!

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