28.Tag: Von Chateau-Gontier nach LeMans
Ich weiß genau, was ich an den Flüssen mag. Warum machen sie sich nur so rar? Aber immerhin heute hat es wieder für ein paar Stunden geklappt. Ich wurde von der Sarthe adoptiert.
Aber der Reihe nach:
Gestern habe ich in einem richtigen kleinen Chateau genächtigt, oder wie der Schwabe sagt, "enam Chatöle", noch genauer, im umgebauten Pferdestall, mit Blick aufs Chatöle.
Am Abend zeigt sich der Himmel noch blau. Aber in der Nacht da geht es ab. Es rumst gewaltig. Das Gewitter, das sich den ganzen Tag angekündigt hatte, entlädt sich heftig. Und mein armes Fahrrad steht zum ersten Mal unter offenem Himmel, neben dem Gärtnerhaus!
Am Morgen sind natürlich alle Taschen nass. Es regnet noch immer. Ich ziehe mein Regenoutfit an - und schwitze schon nach 2 Minuten, es hat nicht wirklich abgekühlt. Doch welch ein Wunder, ich bin noch nicht aus Chateau-Gontier raus, da hört der Regen auf - und ich bin froh, meine mobile Sauna loszuwerden.
Die Kamera und alle empfindlichen Geräte habe ich am Morgen ganz unten, gut in Plastik verpackt in meinen Seitentaschen verstaut. Die Außentaschen sind alle noch nass.
So gibt es vom Vormittag keine Bilder. Die stark ondulierte Bretagne, oder ist es das hohe Anjou, oder sonst was, ist wieder anspruchsvoll. Stand nicht in den Lehrbüchern, nach einem intensiven Intervalltraining soll man einen Ruhetag einlegen? Schön wär´s!
Die Strecke ist wieder wunderschön.Was ich nicht aufnehmen konnte:
Den schönen Fluss Moyenne, an dem Chateau-Gontier liegt, und den ich zu früh hinter mir lassen muss, wieder idyllische, mittelalterliche Dörfer,- ohne Bar,
das Weizenfeld von van Gogh mit Krähenschwärmen und gewittrigem Himmel, - inzwischen abgeerntet, Fasanen.
Gegen Mittag komme ich in Sable-sur-Sarthe an. Der Fluss ist sogar schiffbar.
UND!! Auf einmal gibt es wieder Radwege, Schilder, ja sogar einen Sarthe-Radweg, der allerdings nicht einmal auf den französischen Radweghomepages zu finden war. 68 km soll es noch bis LeMans sein. Das will ich mir nicht antun. Mein Radweg hat noch 48 km und das reicht, wenn man bedenkt, dass ich schon 40 km in den Beinen habe.
Aber "Sand-an der -Sarthe" ist wirklich eine sehr radfreundliche Stadt. Nach etwa 15 km, komme ich dann doch noch auf den "offiziellen" Sarthe Radweg. Der ist wirklich schön und der mehr oder weniger am Fluss bleibt, der mir auch sehr gut gefällt.
Was mir aber weniger gefällt ist, dass die Ufer komplett "privatisiert" sind. Man kommt nicht ans Wasser! Schweinerei! Dabei scheint die Gegend unter Anglern sehr beliebt zu sein, überall kann man Lizenzen kaufen.
Inzwischen schieben sich wieder gewaltige schwarze Wolkenwände näher. Kurzfristig nieselt es, aber insgesamt komme ich trocken nach LeMans, aber mit recht müden Beinen.
LeMans gefällt mir, hat ein bisschen was von Nantes und ein bisschen was von Paris. Essen tun sie hier ähnlich gern wie in ersterer und die großen Plätze und Cafes und auch die jungen Damen, erinnern an Paris. Die Kirche der Nähmarie (Nuestra Dame de Couture) ist beeindruckend, vor allem, weil Teile des Fundaments bis ins 6. Jahrhundert zurück gehen. Dann kommen größere Bauteile aus dem 10.Jahrhundert und drüber die gotische Kirche.
Manches der alten Bausubstanz kann man wirklich noch erkennen.
Dann drehe ich noch eine Runde durch den mittelalterlichen Stadtkern, - und dann bin ich ehrlich gesagt nicht mehr auf Kultur aus. Lecker essen, und dann ins Hotel. Heute mache ich nicht lang.
Vor Chartres mache ich noch einmal Station, man weiß ja nie wie "hügelig" die Strecke ausfällt.
Und das Fahrrad hat eine Sonderbehandlung verdient:
Es darf heute mal wieder mit aufs Zimmer
Die wollten doch glatt 3,00€ für einen "Stellplatz" in der Tiefgarage - nicht mit uns!
Was ich mir merken muss:
5-3-3-3 das ist meine magische Schaltfolge,um gut über die Hügel zu kommen.
Erst ein mal den Schwung in den Hang mitnehmen. Dann im großen Gang 5 mal schalten. Dann in den mittleren Gang 3x hoch schalten und dann wieder 3x runter, dann in den kleinen Gang und wieder 3x hoch und dann bestimmt der Berg ob die kleinen Gänge reichen.
Bis Morgen!







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