18. Tag: Von Blois nach Tours
Ehe ich mit dem Bericht anfange, muss ich ganz dringend, eine Korrektur der Preisvergabe vom Wettbewerb "Sprechende Hände " vornehmen. Bei der Vergabe der Plätze, habe ich die Kommentare von Hubert und Friederike übersehen. Friederikes:
"Raus aus meinem Schlafzimmer! Mit Radlerhose kommt mir keiner ins Bett!"
und Huberts:
"Jeanne d`Arc:" Da schon wieder ein Engländer" (Hand unten rechts: "Haltet sie auf!")
müssen ebenfalls als preiswürdig angesehen werden. Die Kommission hat daher, wiederum einstimmig, entschieden, ausnahmsweise 3 erste Plätze zu vergeben. Silber und Bronze entfällt.
Heute Morgen bin ich relativ früh (8:30) aus dem schönen Blois und dem nicht minder schönen Belle Epoche Hotel aufgebrochen:
Der Frühstückssaal war wie bei Fürstens persönlich:
Es war gut relativ früh auf dem Weg zu sein, denn es zeichnete sich ab, dass es heute heiß werden würde. Und die 75 km bis Tours, nach EuroVelo6, könnten sich ziehen. Daher beschließe ich, mich nicht allzu sklavisch an die Schilder zu halten. Dass die Routenplaner die Ausflüge ins Umland lieben, und scharf auf knackige, kurze Rampen sind, das haben wir ja in der Vergangenheit bereits mehrfach erwähnt.
Nach dem hochkarätigen Kulturprogramm gestern, musste ich selbst Schlösser und Burgen, die direkt am Wegesrand lagen, ebendort links liegen lassen. Wer kann schon jeden Tag mehrere Stück Schwarzwälder Kirschtorte essen.
Hat mir gut gefallen, was die Jungs da machen:
Und dann Tours. Ich komme relativ früh an, trotz der etwa 70 km die es geworden sind. Es ist jetzt bullenheiß. Bin ich froh erst einmal aus der Sonne zu kommen. Kurze Pause. Dann Kulturprogramm.
Wie gestern, hat auch der heutige Tag, sein eigenes Thema, seinen "magischen" Touch.
Habe ich noch am Vormittag, den Bogen zu meiner letztjährigen Tour nach "Osten" geschlagen, so ergeben sich jetzt auf wunderbare Weise Verbindungen zu dieser Reise und meinem heutigen Etappenziel.
Wenn, du Ulrich, diesen Blog lesen solltest, dann wirst jetzt schon wissen, was kommt. Letztes Jahr, etwa um diese Zeit (es wird wohl ein ganz paar Tage später gewesen sein), bin in auch an unserer Partnerstadt Pannonhalma vorbeigekommen, um bei Carol und seiner Frau vorbeizuschauen. Dabei habe ich natürlich auch wieder einmal den "Györszentmárton", den Martinsberg gesehen. Die Mönche dort behaupten, dass der Hl. Martin hier in der Nähe geboren wurde. Mir persönlich gefällt die andere Theorie, dass er in Szombathely, in "Stein am Anger"geboren ist. ("Hinter Stein am Anger, steht a Baum a longer, drauf steigt Janosch jede Nacht vergnügt..." noch so ein Lied, dass ich in grauer Vorzeit mit Inbrunst gesungen habe - und gut 40 Jahre hat es gedauert, bis ich gemerkt habe, dass es nicht "hinterm Stein am Anger" heißt ).
Und was soll das Ganze nun mit dieser Reise zu tun haben? Klar doch der Hl. Martin landete schließlich in Tours, und Tours ist d i e Martinsstadt.
Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, keine ellenlangen historischen Belehrungen mehr abzusondern, aber die Geschichten zum Hl. Martin sind einfach zu gut. Da kann ich einfach nicht anders.
"Raus aus meinem Schlafzimmer! Mit Radlerhose kommt mir keiner ins Bett!"
und Huberts:
"Jeanne d`Arc:" Da schon wieder ein Engländer" (Hand unten rechts: "Haltet sie auf!")
müssen ebenfalls als preiswürdig angesehen werden. Die Kommission hat daher, wiederum einstimmig, entschieden, ausnahmsweise 3 erste Plätze zu vergeben. Silber und Bronze entfällt.
Heute Morgen bin ich relativ früh (8:30) aus dem schönen Blois und dem nicht minder schönen Belle Epoche Hotel aufgebrochen:
Es war gut relativ früh auf dem Weg zu sein, denn es zeichnete sich ab, dass es heute heiß werden würde. Und die 75 km bis Tours, nach EuroVelo6, könnten sich ziehen. Daher beschließe ich, mich nicht allzu sklavisch an die Schilder zu halten. Dass die Routenplaner die Ausflüge ins Umland lieben, und scharf auf knackige, kurze Rampen sind, das haben wir ja in der Vergangenheit bereits mehrfach erwähnt.
Nach dem hochkarätigen Kulturprogramm gestern, musste ich selbst Schlösser und Burgen, die direkt am Wegesrand lagen, ebendort links liegen lassen. Wer kann schon jeden Tag mehrere Stück Schwarzwälder Kirschtorte essen.
Ob das nun Ambois oder das berühmte Schloss Chaumont war, ich wusste ja, Tours ist auch noch ein touristischer Hammer, dafür brauche ich unbedingt Zeit. Also weiter.
Dann kam ein erhebender Moment. Für alle, die den Anfängerkurs "Sprechende Hände" mitgemacht haben, wird das eine leichte Aufgabe werden:
Klar, doch! Bild 1: Da lang sind es 4.000 km bis zum Schwarzen Meer (oder anders ausgedrückt, auf der diesjährigen Reise habe ich jetzt 1000 km hinter mir).
Bild 2: Da lang ist der Atlantik, ein Klacks! (höchstens noch 350 km)
Da ich mich den kleinen Bergetappen verweigert habe, bin ich im Laufe des vormittags an vielen Dutzend Cave vorbeigekommen.
Weinkellern, die in die Sandsteinklippen gegraben worden sind. Große, kleine, aber auch riesige Höhlen und alle bieten die Verköstigung des heimischen Weines an. Rot, Rose und Cremant. Das kann mich nicht mal dazu bringen, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Bis ich zu der Höhle von Herrn Lepage komme, dem "Glasflüsterer" (Souffleur de Verre) . In seiner Glasbläserhöhle, gibt es Wein, Glaskunst - und Kaffee. Na dafür steige ich sogar ab.
Und dann Tours. Ich komme relativ früh an, trotz der etwa 70 km die es geworden sind. Es ist jetzt bullenheiß. Bin ich froh erst einmal aus der Sonne zu kommen. Kurze Pause. Dann Kulturprogramm.
Wie gestern, hat auch der heutige Tag, sein eigenes Thema, seinen "magischen" Touch.
Habe ich noch am Vormittag, den Bogen zu meiner letztjährigen Tour nach "Osten" geschlagen, so ergeben sich jetzt auf wunderbare Weise Verbindungen zu dieser Reise und meinem heutigen Etappenziel.
Wenn, du Ulrich, diesen Blog lesen solltest, dann wirst jetzt schon wissen, was kommt. Letztes Jahr, etwa um diese Zeit (es wird wohl ein ganz paar Tage später gewesen sein), bin in auch an unserer Partnerstadt Pannonhalma vorbeigekommen, um bei Carol und seiner Frau vorbeizuschauen. Dabei habe ich natürlich auch wieder einmal den "Györszentmárton", den Martinsberg gesehen. Die Mönche dort behaupten, dass der Hl. Martin hier in der Nähe geboren wurde. Mir persönlich gefällt die andere Theorie, dass er in Szombathely, in "Stein am Anger"geboren ist. ("Hinter Stein am Anger, steht a Baum a longer, drauf steigt Janosch jede Nacht vergnügt..." noch so ein Lied, dass ich in grauer Vorzeit mit Inbrunst gesungen habe - und gut 40 Jahre hat es gedauert, bis ich gemerkt habe, dass es nicht "hinterm Stein am Anger" heißt ).
Und was soll das Ganze nun mit dieser Reise zu tun haben? Klar doch der Hl. Martin landete schließlich in Tours, und Tours ist d i e Martinsstadt.
Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, keine ellenlangen historischen Belehrungen mehr abzusondern, aber die Geschichten zum Hl. Martin sind einfach zu gut. Da kann ich einfach nicht anders.
Was auf dem Banner der Kathedrale fehlt: 316-2016. Da wird nächstes Jahr aber der Bär abgehen!
Keine Angst. ich werde jetzt nicht die ganzen Martinsgeschichten abspulen. Die kennt ihr eh alle. Aber einiges hatte ich vergessen oder nie gewusst.In der Basilika, wo die Gebeine Martins "ruhen", nachdem die "Tourser" sie frecherweise den Klosterbrüder geklaut haben, die auch Anspruch auf sie erhoben hatten, hörte ich ein wenig einer Reiseführerin zu, die gerade die Geschichte mit den "Gänsen" erzählte.
Also, der zum Christentum bekehrte römische Soldat, Martinus, Martón, wollte eigentlich ein Mönchsleben führen, hatte ein bisschen die Schnauze voll von der großen Politik. Zu der Zeit war er aber schon viel zu bekannt, als dass er sich hätte zurückziehen können. Als man ihn suchte, um ihn zum Bischof von Tours zu machen, versteckte er sich in einem Gänsestall. Wie sollte der ehemalige Soldat auch wissen, dass das keine gute Idee war. Klar, die Gänse verrieten ihn.- Was mich jetzt aber völlig perplex macht, ist, dass der liebe gute Heilige Martin, diesen Verrat zum Anlass nimmt, sich an einer an sich harmlosen Tierart, Jahr für Jahr zu rächen. Seit über 1700 Jahren!! So geht das nicht, lieber Martin! Wie wäre es, wenn du ihnen einfach mal in Christlicher Nächsenliebe verzeihst, und erklärst, dass es völlig ausreicht, wenn die Gänse als "Weihnachtsgans" auf den Tisch kommen, na wie wär´s?
Genau so gut ist die Geschichte, dass der geklaute St. Martin, auf seinem Weg nach Tours, Alles auf dem Weg erblühen ließ - am 11.November. Deshalb heißen die letze warmen Herbsttage in Frankreich auch "L`Eté de la Saint.Martín". Schöner Propagandatrick der 'Tourser", um ihren Raub im Nachhinein zu kaschieren.
In der Krypta der Basilika, wo die Reste vom Hl.Martin ruhen
kann man im Sarkophag unten wunderbar erkennen, dass der Hl. Martin dort in mehreren Behältnissen aufbewahrt wird. Wahrscheinlich, je nach Bedeutung des Körperteils, mal in einer Goldenen Hülle, mal in einem kleinen Steinkasten. Wundersam, wundersam!
Aber wirksam. Denn dank des Hl. Martins wurde Tours zu einem der wichtigsten Pilgerort. Und Pilger bringen auch heute noch Geld.
Es fasziniert mich sehr, heute in einer Stadt zu sein, die, als sie von Karl dem Großen gefördert wurde, schon jahrhundertelang eine der wichtigsten Städte Europas gewesen war.
Das mit Tours und Poitiers lassen wir besser sein. Denn das war wahrscheinlich eher ein cleverer Propagandatrick der Franken. Die Araber hatten eigentlich nie wirklich großes Interesse daran gehabt, sich in dem unterentwickelten und kalten Mitteleuropa niederzulassen. Das, dank Martin, reiche Tours hätten sie jedoch schon gerne geplündert. So jetzt ist aber endgültig Schluss mit Geschichtsstunde.
Die nächsten beiden Tage werde ich etwas gemütlicher angehen. Die Hitze ist schon erheblich.
Zum Schluss zeige ich Euch noch, wo Euer Blogger heute seinen Blog gebloggt hat:
Bis Morgen.










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