Montag, 10. August 2015

25. Tag: Von Saint Nazaire nach Blain

Auf Zephyrs Schwingen

Jippy!! Es geht doch! Die Bretagne, Kleinbritannien ist wunderschön!!!


Kleine Sträßchen, kein Verkehr, Eichenwälder, Seen, verschlafene Dörfer. Was brauche ich mehr!

Aber von Anfang an:

Die Ausfahrt aus Saint Nazaire, war nicht wesentlich erbaulicher als die Einfahrt.
ABER: Sie bot trotzdem eine Menge an Neuem.

Vor allem, dass ich die Sonne direkt vor mir hatte!! Es geht heimwärts!
Und Zephir habe ich tatsächlich im Rücken! Nicht sehr stark. Aber Rückenwind.
Es sind wieder 20 km Stadt, Hafen, Industrieanlagen, Raffinerien... bis man diese Ecke hinter sich gelassen hat.
Übrigens roch es heute nicht nach Hühnersuppe. Ich habe lange gerätselt, was sie heute produzieren. Ich glaube es könnte Spargelcremesuppe gewesen sein.
Was mich überrascht, ich finde auf einmal immer wieder Radwege oder Schilder. Wie es scheint, hat sich da jemand meine Kritik zu Herzen genommen! Ich kann sogar - nicht wirklich idyllisch, aber dafür auf einem kleinen Sträßchen, die Raffinerien von Donges an der Loire entlang umfahren. Noch einmal Abschied von der Loire: "Arme Socke, was ist aus dir nur geworden, und stinken tut es hier zum Erbarmen!"
"Meine D 90" finde ich ganz ohne Probleme, bis Lavau-sur-Loire bin ich sie ja schon gefahren.
Und jetzt beginnt der vergnügliche Teil des Tages.
Gestern Abend habe ich ja noch einmal heftig meine neuen Karten studiert. Meine neue Strategie geht heute voll auf. Hoffentlich bleibt das so:
Keine Experimente mehr. Nur noch kleine weiße D-Straßen, die auf den genialen "IGN"-Karten 1:10:000 (1cm=1km), noch abschnittsweise Kilometerangaben haben, dann kann nichts schief gehen. Von den grünen IGN Karten braucht es 177 um Frankreich abzubilden. Ich werde wahrscheinlich so um die 10 davon abfahren, sollte ich bis Straßburg durchhalten.
Wenn man lange genug auf die Karte schaut, entdeckt man Straßen, auf denen es sich ziemlich lange gemütlich radeln lässt. Auf der D 90 hätte ich eigentlich von Lavau bis Malville drauf bleiben können. Aber der kleine Schlenker hat sich gelohnt.Der Kaffee in Saveney war gut. Die Leute nett und ich hätte nie die ersten der wunderschönen Seen entdeckt, die hier ganz versteckt in den Eichenwäldern liegen:

"Halt! Sofort anhalten!" Höre ich eine Stimme rufen. Ich drehe mich um. Niemand da. Also esse ich meine 11:00 Banane und schaue "niemand" beim Baden zu.
Malville ist ein verschlafenes kleines Örtchen, mit einer schönen bretonischen Kirche. Der Unterschied zur Loire ist gewaltig. Obwohl man Luftlinie noch keine 50 km von ihr entfernt ist.

Es sind diese Natursteinmauern, die das Bild der Orte hier prägen. 
Woher  Malville seinen Namen hat, habe ich nicht herausbekommen. Was habt ihr angestellt Malvillois?
Jetzt häufen sich die Orte, mit Bretagne im Namen. Die Landschaft ist erheblich "onduliert". Hügel rauf, Hügel runter. Aber genial angelegt. Man fährt relativ lange aber entspannt aufwärts, um dann lange abwärts zu rollen. Der Schwung aus der Runterfahrt reicht bis zur Hälfte der nächsten Steigung. Anfangs lasse ich es abwärts "krachen". Ist nicht gut!! Die Straßen sind in Ordnung. Aber ein Schlagloch in Schatten übersehen.... nein, dann lieber etwas früher an der nächsten Steigung aus dem Sattel.
Meine Addition der kleinen Zahlen war ziemlich korrekt. Bis Blain sind es nur etwas mehr als 60 km. Gegen 14:00 bin ich schon da! 
Beim Ortseingang sogar noch ein schönes Schloss. Damit ich nicht den "Loire-Turkey" kriege.

Eigentlich sind es sogar 2. Dieser Teil ist aus dem XIV Jahrhundert und der aus dem XVI.


Scheint sehr beliebt zu sein, um Hochzeiten auszurichten. Sonst ist es nicht öffentlich.
Und noch eine Überraschung hat Blain zu bieten. Einen Kanal!!!


Mit Radweg. Es ist der Nantes-Brest Kanal. Hört sich auch interessant an. Werde ich mir merken.

Die Etappen muss ich ein wenig nach der Größe der Orte wählen, in denen es Unterkünfte gibt.
Zwar gibt es auch auf dem Land "gites" Ferienwohnungen oder Zimmer in Bauernhöfen, aber es ist mir bisher zu heikel gewesen, mich darauf zu verlassen, dass dann, wenn man langsam müde wird noch etwas auftaucht.
Wie recht ich mit dieser Strategie hatte - erweist sich heute!
Ich fahre ein wenig im Zentrum von Blain herum. Kein Hotel "La Mercerais" - beim Buchen war mir schon aufgefallen, dass die Straßenbezeichnung fehlt. Habe mir aber nichts dabei gedacht. Auch musste ich keine Kreditkartennummer angeben.. 
Ich mache in einer Bar Stop. Blain ist im Nach-Fest-Rausch. Das muss eine gewaltige Sause gewesen sein, am Wochenende, - das Fest des Hl. Laurent. Alle Straßen sind voll mit Konfetti. Ein Rummelplatz ist am Abbauen, und Jugendliche sind noch nicht alle Kanonenschläge losgeworden. 
In der Bar schütteln sie alle den Kopf, "ne kennwanich- nie gehört". Ich krame mein Notebook raus und suche die Buchungsbestätigung. Zeige sie dem Wirt. Ich versuche unter der Nummer anzurufen. Niemand nimmt ab. Ich gebe schließlich den Namen noch einmal ein und tatsächlich etwa 6 km außerhalb von Blain, gibt es einen Bauernhof mit "gites"- war aber bei France-Voyage - nicht so ausgewiesen.
Ich rufe noch ein paar Mal dort an. Niemand nimmt ab. Ich habe absolut keine Lust darauf, 6 km in die Pampa zu fahren und vielleicht noch 6 km wieder zurück. Von Mahlzeiten war in der Beschreibung nur von Frühstück die Rede. Das ist mir zu unsicher. Ich storniere meine Buchung und checke gegenüber im "Großen Hirsch" ein. Nette Leute und viel billiger!! Stornogebühren sollten keine anfallen.
"Die da draußen" sind bestimmt auch nett, sorry Leute. Aber hier habe ich Bars, Restaurants, die Post (um mein erstes Kartenpaket nach Hause zu schicken) und einen Supermarkt!

Das war ein superschöner Tag
So macht Radeln wieder Spaß!!
Und ab jetzt singen wir ein neues Lied gemeinsam um 9:00 jeden Morgen!!
 (Barbara du kannst ja leise vor die hinsummen)
Einfach auf das Link klicken. Dieses Mal gleich mit Text:
( ich mag die ZAZ-Version gern,  aber für mich ist eben Joe Dassin die Stimme zum Lied 

Bis Morgen






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