24.Tag: Ruhetag in Saint Nazaire
Saint Nazaire ist seltsam. Schon gestern ist es mir aufgefallen, das ist keine "gewachsene" Stadt.
Seit heute Morgen, nach meiner Stadtbesichtigung, ist mir klar warum.
Die Sehenswürdigkeiten sind mit dem Rad schnell abgeklappert. Zuerst die Dolmen.
Selbst für einen Obelixfan wie mich, genügt ein kurzer Blick.
Doch dann kommt die ungeheuerlichste "Touristenattraktion", die ich auf dieser Reise zu sehen bekam.
Die U-Boot-Werft der Nazis. Ein enormer Betonklotz mitten in der Stadt. Anscheinend hat man versucht das Monstrum nach dem Krieg zu sprengen, was jedoch misslang. Die armen Saint Nazairer müssen mit dem Scheusal mitten in der Stadt leben, welches Schuld daran ist, dass die Stadt heute so ist, wie sie ist.
Die Alliierten haben versucht diese U-Boot-Garage zu zerstören, was ihnen nicht gelang. Dafür haben sie 80% der Stadt drumrum in Schutt und Asche gebombt.
Wie so oft. Es trifft die Unschuldigen.
Die Stadt geht relativ gelassen mit diesem "Erbe" um. Sie hat auf dem Dach eine Ausstellung an die Wände gehängt. Künstler stellen open-air aus, unten in den Hallen, sind Souvenirläden, das Touristenbüro, ein Café. Man kann sich völlig frei bewegen, oben auf dem Dach und unten in den Hallen. Gespenstisch.
Tröstlich die Vorstellung, dass die Natur mit diesem Schandfleck schon fertig werden wird - spätestens in, sagen wir mal 10.000 Jahren
Und das war es im Prinzip was Saint Nazaire zu bieten hat. Außer den Shopping Malls, die heute so leer sind, wie alle Einkaufszentren dieser Art an einem Sonntag. - Und den Strände natürlich.
Also auf ans Meer!
Am ersten Strand staune ich nicht schlecht. Echt cool die Stadtverwaltung. Hier campen 100erte von jungen Leuten am Strand, unter den Bäumen, auf Verkehrsinseln - ich übertreibe nicht. Die schlausten haben Schattenplätze ergattert.
Und schlafen gegen 12:00 noch friedlich. Die Anderen am Strand wurden wohl seit einige Stunden im "Bratschlauch" - niedertemperaturgegart - und sehen ziemlich fertig aus, wie sie langsam zusammenpacken, sich zur Promenade hochschleppen und in der nächsten Bar fallen lassen. Die Allerhärtesten haben noch oder schon wieder eine wohltemperierte Flasche Bier in der Hand.Will ich wirklich noch einmal 20 sein?
Jetzt verstehe ich, warum Saint Nazaire auch Petit California genannt wird.So viel Gelassenheit im Umgang mit Leuten, die nicht gerade das große Geld in die Stadt schwemmen, habe ich noch nirgendwo erlebt. Großes Lob!
Und jetzt kommt der Moment, auf den alle gewartet haben. Geht er ins Wasser oder nicht?
Erster Versuch:
Meine Temperaturfühler sagen, 18-19°, da bin ich andere Temperaturen gewöhnt.
Also erst mal mit dem Rad eine kleine Strandpromenadentour unternehmen. Die ist wirklich schön. Gemütlich. Eigentlich wenig los, für einen Hochsommersonntag. An den ersten beiden Stränden ist niemand im Wasser. Kann ich nachvollziehen, zumal eine "ssteife Brrise" weht.
Die Fischerhütten sind etwas besonderes:
Es ist inzwischen 13:30, ich komme an einen Strand, da sind ein paar Leute mehr - und einige stehen bis zu den Knien im Wasser. Vielleicht sollte ich doch...?
Badehose ausgepackt und rein.... oder doch nicht? An diesem Badeplatz hängt ein Schild. Wassertemperatur 19°, Außentemperatur 23° - das sind keine idealen Badetemperaturen für mich. Trotzdem ziehe ich das jetzt durch- bis zu den Knien, - dann sehe ich eine ziemlich große Qualle an mir vorbeitreiben
Kann man auf dem Bild nicht erkennen, aber der Körper hatte bestimmt 40cm im Durchmesser.
Schön, das war´s! Die Badesaison wird später in Denia eingeläutet.
Und jetzt die Frage von gestern. Wie geht es weiter?
Vor einiger Zeit habe ich rein zufällig einen sehr guten Reiseführer von Frankreich in die Hände bekommen.
Und darin ist ein Routenvorschlag gewesen, der mich auf Anhieb überzeugt hat:
Na ja, ganz so lange wollte ich nun doch nicht mehr unterwegs sein! Ich dachte da eher an eine etwas flachere Schleife. Von hier erstmal Richtung Paris. Grobe Zielrichtung LeMans, Chartres. Nach meinen gestrigen Erfahrungen könnte das abenteuerlich werden. Aber mit einer guten Karte (siehe oben) sollte das kein Problem werden. Je nachdem wie lange ich dazu brauche, könnte ich mir vorstellen, über den Marne-Rheinkanal bis nach Straßburg zu rollen. Dieser Teil sollte eigentlich als eine der vielen französischen Radrouten ausgeschildert sein.
Im Idealfall würde ich dann noch das Stückchen bis Basel auf der Rheinroute "runterfahren", das wäre eine runde (wenn auch etwas flache) Sache.
Mal sehen! Wenn ich keine Lust mehr habe, steige ich in den Zug und fahre heim. Friederike kann mir ja sagen wie es geht.
Schaumama!!
Bliebe noch eine Frage offen. "WestwärtsHo!" hat ausgedient, passt ja nicht mehr.
"Auf eigene Faust!" wird einem Teil der Damenwelt nicht gefallen, der WestwärtsHo! schon zu testosteronhaltig war. Also zur Abwechslung mal etwa poetischer?
Wie wäre es mit:
"Auf Zephyrs Flügeln" - in der Hoffnung, dass das auch so eintrifft.
Zephyr ist ja der Westwind. Er gehört zu den 4 "Guten Winden" (lacht da jemand?- Natürlich, John).
Wovon ich bisher nicht wirklich etwas gemerkt habe. Ab jetzt könnte er sich ja von seiner guten Seite zeigen! Wäre schön.
Aber wenn man etwas tiefer schürft, ist der "Gute" mit Vorsicht zu genießen. Er kann auch ziemlich link sein!
Wie sein Liebhaber erfahren musste, - seinen Namen habe ich im Moment nicht parat. Bekanntlich haben Götter ja noch nie etwas davon gehalten, 50% der Menschheit bei der Partnerwahl auszuschließen, so hatte auch Apoll ein Auge auf Zephyrs Geliebten geworfen. Was macht Zephyr, das fiese Stück? Als Apoll mit NN Diskuswerfen übt, bläst Zephyr Apolls Diskus so geschickt an, dass er an NNs Birne knallt. - Ende der Geschichte.
Trotzdem es bleibt bei "Auf Zephyrs Flügeln". Ich möchte endlich mal Rückenwind!!
Ich werde aber keinen neuen Blog einrichten. Einfach auf der alten Adresse weiterlesen!!
Ich rechne mit Euch!! Bis Morgen!!













Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen