26.Tag: Von Blain nach Chateaubriant
Der Morgen begann früh in Blain, die Nacht war kurz. Waren abends noch die hardcore Kampftrinker durch den festlich gestimmten Ort gezogen, es war noch Party an allen Ecken, so rumpelte und krachte es gegen 5:30 schon wieder. Im ganzen Altstadtbereich wurde ein gigantischer Jahrmarkt aufgebaut. 100erte von Verkaufsständen. Auch unter meinem Fenster. Bis sich einige Verkäufer endlich geeinigt hatten, wer die interessantesten Standplätze bekommt, war ich längst hell wach.
Auf dem Bild ging es gerade erst los.
Aber Blain hat mir im Fest-Rausch gut gefallen. Sogar ein Nachwuchsradrennen wurde gestern Abend noch zu meinen Ehren veranstaltet.
Der Große Cerf ist ein Hotel, das mich sehr an unser Hotel "Sonne" in Engen erinnert hat. Mit viel Aufwand haben sie versucht, die heutigen Standards in der alten Struktur unterzubringen.
Ich kann jetzt gut verstehen, dass sich für so ein Unterfangen kein Investor findet, es sei denn man macht es in der Billigvariante, die aber nicht wirklich was bringt:
In der linken Box ist die Dusche, in der rechten die Toilette, zum Fenster muss man sich durch den schmalen Schlitz dazwischen durchquetschen!
Um 1/2 9 bin ich auf der Piste. Eigentlich viel zu früh, für die 50 km, die anstehen. Aber was soll´s trödle ich halt ein bisschen vor mich hin.
Das "ondulierte" Kleinbritannien geht weiter. Es ist jedoch weit weniger lustig, die Hügel rauf und runter zu radeln, als es gestern war. Es dauert etwas bis ich merke,
die Windräder stehen in die falsche Richtung - und drehen sich außerdem viel zu schnell,
Zephir, die fiese Socke, hat sich in die Büsche geschlagen hat und das Feld seinem Bruder Boreas überlassen!
Außerdem habe ich den Eindruck, dass die Abfahrten immer kürzer und die Anstiege immer länger werden. Was ist los hier?
Es ist heute eher einsam. Alle 10 km kommt ein kleines Dorf, sonst Weiden, Felder, Hecken, Farne, Eichenwälder. Eigentlich ganz schön.
Auch der freundliche Stier Ferdinand ist heute auch ein wenig lasch:
Er ist ein gewaltiger Brocken. Und hat eine große Weide ganz für sich allein. Warum wohl? Wahrscheinlich ist Ferdinand doch nicht so friedlich wie er erscheint.
Kurz vor 14:00 bin ich in Chateaubriant. Den ganzen Morgen bin ich am Grübeln, woher ich den Namen kenne. Ich schwanke zwischen einem Gericht, einem Schriftsteller und einem Politiker.
Eben habe ich mal schnell gegoogelt. Ich hatte mit allen dreien Recht. Nur schreibt man, das Doppellendensteak, den René Schriftsteller, der auch mal Aussenminister war, mit d und nicht mit t.
Das Kastel Briant wie es auf bretonisch heißt, ist eine der Grenzbastionen der Bretagne gewesen. Ende des 15.Jahrhunderts verlor die Bretagne ihre Unabhängigkeit Chateaubriat wurde von den Franzosen belagert und dann zum großen Teil zerstört.
Mir hat die Ruine sehr gut gefallen. Hat was,wenn nicht alles geleckt restauriert und didaktisch wertvoll aufgearbeitet ist. Hier kann man rumstreifen, die Wehrgänge hoch, z.T. sogar in die Gebäude. Es gibt Tafeln, aber damit hat es sich schon. Manchmal ist weniger wirklich mehr (und das aus meinem Munde!):
Tja, dann ist da noch eine Kathedrale, eine verschlafene Altstadt, und dann war es das.
Morgen werde ich wohl, wenn Chateaubriant eine Grenzfestung war, die Bretagne verlassen. Mal sehen, ob damit auch die Berg-und Talbahnfahrt ein Ende hat.
Was ich in dieser Gegend schon bemerkenswert finde. In einem Ort wie Chateaubriant machen viele Geschäfte, Restaurants, ja Hotels Urlaub - in der Hauptsaison!!
Vorhin, kurz vor 19:00 irrten dutzende von Touristen durch die Altstadt, in der Hoffnung ein offenes Lokal zu finden. Die Pizzeria, in der ich schließlich auch gelandet bin, war 19:15 gerammelt voll. Die arme Bedienung, rannte rekordverdächtig von Tisch zu Tisch. Denn so ein hungriger Tourist beißt schon mal in die Hand!
"Kenavo" - wie der Bretone sagt. Heute habe ich zum ersten Mal in einer Bar Leute bretonisch sprechen hören. Habe nicht ansatzweise was raushören können.Ist wohl mit dem Cornischen und Walisischen verwandt.
Bis Morgen denn!








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