4. Tag: Von Baume le Dames nach Besançon
Ob Baume les Dames der "Balsam für die Damen" war müsst ihr Friederike fragen.Auf jeden Fall ist sie fröhlich und guter Dinge heute Morgen aufgestanden. OK ich habe mich heute in Geduld geübt und etwas TaiChi auf der Dachterrasse gemacht.Es war heute wirklich eine entspannte Kurzetappe. Es sind nur etwas mehr als 40 km bis
Besançon aber eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Man hat den Eindruck, als wäre der Jura nur um die Ecke.
Ganz schön verrückt der Doubs - nicht nur der Name - 450 km lang und die Quelle und die Mündung liegen nur 90 km auseinander. Das Tal wird immer enger, und man kann sich, je näher man Besançon kommt immer besser vorstellen, warum diese Enge und diese "Insel" im Fluss strategisch/historisch so wichtig war. An dieser Stelle beherrschte man einen zentralen Durchgang nach Norden. Und dementsprechend pfoff (pfiff wäre zu harmlos) es durch dieses Loch. Danke Carlheinz, dass du deiner Schwester den "Belgischen Kreisel" erklärt hast. Sie hat heute wirklich - Lob!- Führungsarbeit übernommen.
Um Rückfragen und unnötiges googeln zu vermeiden hier die "Auflösung":
" Belgischer Kreisel (auch Belgische Reihe) bezeichnet beim Radsport eine Formation, die einer Gruppe von Radfahrern durch effektives Ausnutzen des Windschattens und Ablösen bei der Führungsarbeit eine energiesparende Fahrweise ermöglicht."
Und hier die Wahnsinnsfestung, die den Durchgang nach Norden beherrscht hat.
Aber das allerschärfste ist, dass unter dieser Festung ein Schiffs- und Fahrradtunnel durch den Berg geht. Das ist genauso einmalig, wie der Kanal über den Kanal, den wir vorgestern gekreuzt haben.
Hier fährt man rein. Und dann ist man drin:
Besançon ist auch das 2.Mal interessant. Und auch das 2.Mal habe ich es nicht hoch auf die Festung geschafft. Es war einfach affenheiß. Da bot es sich schon eher an die Kathedrale mit ihren 7 "Schätzen" genauer anzuschauen.
Der römische Torbogen aus dem 2.Jahrhundert und die Kathedrale sind beeindruckend - und mir tatsächlich das erste Mal komplett entgangen:
Und die astronomische Uhr auch:
Aber am meisten habe ich mich über den kleinen altklugen, glatzköpfigen Jesusknaben gefreut:
Und damit gut für heute. Friederike übernimm!!
Also der "Damenbalsam" hat eher den Manne verwirrt: Heute morgen beim losfahren, ist er den Kanal tatsächlich nach Osten gefahren, immer der Morgensonne entgegen. Und voll überzeugt, dass das eben hier so verwirrend ist, das wäre vor zwei Jahren auch schon so gewesen. "Ostwärts ho!"
Da ich bisher noch selten im Leben beim Pfade finden Recht hatte,- das wissen alle, die schon mit mir unterwegs waren,- habe ich umsomehr gejubelt und hämisch gegrinst. Und den nächsten überraschenden Anstieg übersehen, mich verschaltet und musste tatsächlich absteigen und schieben. Puh das Fahrrad ist echt schwer!
Seht ihr die kleine blaue Kugel unten auf dem Weg? Das bin ich und solche Hügelchen mussten wir heute immer mal wieder rauf und runter.
Und auch so hat der 'Weg heute teilweise ausgesehen:
Vom Baden will ich ja auch nicht jedes Mal schwärmen, wir sind ja schließlich zu fahrradfahren (also vor allem und hauptsächlich!) hier. Aber heute haben wir die perfekte Mittagspausen/Badestelle gefunden:
Was ich dabei gelernt habe: wenn man an einer Stelle elegant ins Wasser gleiten kann, dann muss das nicht heißen, dass man auch wieder elegant (und mit eigener Kraft) herauskommt. So ein Ponton ist nämlich ganz schön hoch.
Und was ihr alle ja jetzt endlich mal wissen wollt- einige haben sich auch schon getraut zu fragen: Meinem Hinterteil geht es hervorragend, Radlerhose plus Melkfett ist super!
Am Schönsten heute und schon die letzten Tage: das fröhliche singende "Bon jour" der entgegenkommenden Radfahrer, der Omas mit Kinderwagen, der joggenden Mütter mit Kind auf Begleitfahrrad, der alten Männer, die irgendwas irgendwohin tragen.
Und wie schön dieses Bonjour im eigenen Mund singt: Bon jour!












Mama! Vergiss nicht dich auch noch da zu Sonnen wo die Radlerhose nicht hinkommt....sonst siehst du aus wie Manne damals nach seiner Radtour :P
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