10.Tag: Von Paray-le-Monial nach Bourbon-Lancy
WIR SIND AN DER LOIRE! Tataaa!Doch der Reihe nach. Aus Paray-Le-Monial führt der Radweg immer dem Canal du Centre entlang. Die Zahlen der Schleusen deuten es an. Es kann nicht mehr lange dauern, bis wir die Loire erreichen. Der Morgen ist frisch. Der Himmel bewölkt. Man kann die ärmellose Jacke vertragen. Der Weg ist, wie die Tage zuvor unglaublich schön. Heute Morgen ist der Franzose auf der Piste. Jede Menge Radfahrer. Die meisten im Tour de France Outfit. Und die meisten fahren, als müssten sie unbedingt bis zum Finale der Tour, spätestens heute Nachmittag, wieder vor dem Fernseher sein.
Nach 15 km ist es dann soweit:
Ein verrückter Anblick:
Unten die Loire, die wie man unschwer erkennen kann alles andere als schiffbar ist, oben auf der Brücke der Canal du Centre, der ein paar 100m weiter in den Canal Lateral, den Loire-Seitenkanal übergeht. So langsam wird es schwierig, sich die vielen Kanäle zu merken, zumal nicht weit von hier noch ein anderer Kanal der Canal de Roanne in "unseren" Kanal einmündet.
Was mich immer wieder verblüfft ist, wie alt diese Bauwerke schon sind. Genial.
Von hier ab geht es nur noch Richtung Meer:
Deshalb werde ich jeden Morgen mit:
"La Mer" beginnen. Wer will klickt einfach das Link nebenan an und singt mit uns - so etwa um 9:00, wenn wir in die neue Tagesetappe einsteigen:
"La mer
Qu'on voit danser le long des golfes clairs
A des reflets d'argent
La mer
Des reflets changeants
Sous la pluie....
Die letzten Tage haben wir ja immer wieder mit dem Eurovelo 6, oder genauer mit dem Kartenmaterial vom Huber Verlag gehadert. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass die Karten 2010 herausgekommen sind, der Stand der Informationen zum Radwegenetz dementsprechend noch älter. Auf dem Weg ans Schwarze Meer hat das nicht viel ausgemacht. Radwege gab es ab Budapest eh nicht und daran hatte sich auch 2014 nichts geändert. Also topaktuell.
Anders hier in Frankreich. Die vielen "Schlenker" in die Berge, sind vielfach nicht mehr nötig, weil die Radwege am Fluss oder Kanal oder nahe der Loire inzwischen existieren und in super gutem Zustand sind. Heute war es der reine Genuss. Bei der Planung der heutigen Etappe sind wir noch davon ausgegangen, das nach Digoin, die etwa 35km lange Schleife in die Hügel nötig ist. Doch welche Überraschung die rotgestrichelte Linie entlang des Seitenkanals ist bereits fertig.
Mit etwas gutem Willen kann man rechts Digoin erkennen und dann eine wilde rote Zickzacklinie - das war einmal. Zwischen den gelben Straßen kann man den Kanal erkennen und daran entlang ging es heute fast den ganzen Tag. Und das letzte Stück nach Bourbon-Lancy, war eine Luxusradwegautobahn. Wenn das so weitergeht, dann schaffen wir das Morgen bis Nevers spielend. Und dann ist schon fast die Hälfte der Strecke "ans Meer" geschafft.
In Bourbon-Lancy sind wir schon um 14:00. Auch gut. Sonntag Nachmittag, gemütlich ausruhen!
Friederike ist heute zufrieden. Kleiner Badesee direkt am Hotel. Zimmer mit Blick aufs Wasser. Da gibt es keinen Grund zur Klage:
Das Städtchen (knapp 6000Ew) ist für seine Thermen bekannt. Hauptsächlich medizinisch, weniger Wellness.Nichts für mich, mir ist es - trotz des bewölkten Himmels fürs Thermalbad viel zu warm.
Tja war leider nichts: der Badesee ist mit irgendwas verseucht, man darf weder baden noch die Fische essen, die man angelt. Ein netter Bademeister- der untätig herumstand- hat mir Bescheid gesagt, als ich gerade bis zu den Knien im Wasser war. Hatte mir schon so etwas gedacht, da hingen verdächtig aktuelle Verbotsschilder, deshalb bin ich besonders langsam hineingegangen und hab gewartet, wie er reagiert. Ich nehme mal an, dass ich die letzten Tage auch manchmal in nicht ganz einwandfreiem Gewässer geschwommen bin, aber wenn man's dann weiß... Und das Thermalbad ist eher medizinisch, das Schwimmbad hat nur unter der Woche offen und der Spa mit Sauna, Hamam und Thermalbecken am Sonntag bis 12.30 Uhr.
Aber das mittelalterliche Bourbon-Lancy ist sehr hübsch:
Und hier noch zwei Fotos von unserem Tag: "Ocean 26", die letzte Schleuse am Canal Central,
Mittagspause in Gilly-sur-Loire:








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