14.Tag: Von Briare nach Chateauneuf-sur-Loire
Beim Frühstück haben wir ein italienisches Radlerpaar getroffen, die in Nevers eingestiegen sind und bis zum Atlantik wollen. Im Laufe des Tages haben wir sie 3x wieder getroffen und wie sich rausstellte, sind sie auch wieder im gleichen Hotel. So trifft man sich wieder.
Der Tag ist ideal zum Radfahren, bewölkt, wenig Gegenwind, dafür aber sehr kühl. Wir kommen gut voran. Gien ist ein sehr malerischer Ort, vor allem wenn sich Wolkenberge dahinter auftürmen.
So langsam wird es sich nicht vermeiden lassen, auch mal ein Schloss von innen zu besichtigen. Sully-sur-Loire gilt als "Eingangstor" zur Loireschlösserpiste. Und es ist auch wirklich ein sehr beeindruckendes Exemplar von einem Wasserschloss:
Ob Walt Disney ein "Zeitreisender" war? Dann hätte er vor 600 Jahren die Schlösser bauen können, die er später dann kopieren wollte.
Mit den Fahrrädern und dem Gepäck ist es gar nicht so einfach Besichtigungen zu machen. Da aber neben dem Eingang schon ein halbes Dutzend Fahrräder mit Gepäck da standen, haben wir unsere einfach dazu gestellt. Die Besichtigung hat sich gelohnt. Auch wenn hier, wie so oft, reingestellt wurde, was man so hat. Schöne Einrichtung, quer durch die Jahrhunderte. Das Gebäude selbst ist grandios. Vor allem die Dachkonstruktion hat mich sehr beeindruckt. Sie ist zugänglich:
Im Reiseführersuperlativsprachgebrauch gilt diese Dachkonstruktion als die am besten erhaltene Dachkonstruktion der ? ??? - Milchstraße! - Sie ist aber auch wirklich grandios.
Einige Kilometer weiter, geht es mit Weltkulturerbe weiter. St. Benoit - ein romanisches Benediktinerkloster. Noch in Betrieb. Um 15:00 kamen die Mönche in die Kirche, zum Stundengebet. Wunderschöner Gesang.
Was ich an romanischen Kirchen bisher noch nicht so gesehen habe, konnte man hier deutlich sehen. Offensichtlich waren auch die Steinreliefe und Skulpturen im Aussenbereich bemalt gewesen. Kommt uns heute eher befremdlich vor, aber hier hat man es ganz deutlich erkennen können. Vor allem Blau-Rot-und Grüntöne.
Friederike hat sich im Klosterladen eine Klosterschokolade gekauft. Das ist mir völlig neu, dass Benediktiner Schokolade machen. Schnaps, Bier, Liköre das sind ordentliche Mönchsartikel, aber Schokolade? Ob die heimlich in ihren Zellen, vor dem zu Bett gehen noch ein wenig naschen?
In Chateauneuf kommen wir um 16:00 in der Capitainerie an. Schönes Hotel direkt an der Kirche. Unsere italienischen Reisebekanntschaft ist noch nicht eingetroffen.
Und mein Tag? Also heute war ich müde, und wenn die Schokolade der Mönche nicht gewesen wär, dann wär ich vielleicht einfach auf der Strecke eingeschlafen. Es war wie wenn mich einer- und das war heute morgen eindeutig der Manne- frühmorgens aus dem Bett schüttelt, einen Kaffee einflößt und aufs Fahrrad setzt. Die Beinarbeit funktioniert ja automatisch. Und nachmittags dann vom Fahrrad gehoben und wieder ins Bett gesteckt. Ein anderes Hotelbett, denn wir sind ja inzwischen in Chateauneuf sur Loire. Da hab ich erstmal geschlafen und nebenher den Rest der Tafel Schokolade gefuttert. Ich glaub an den Schlafenszeiten müssen wir noch arbeiten, wenn wir das nächste Mal auf Tour gehen.
Manne hat wieder super Alternativen zur Veloroute 6 gefunden. Messieurs! wenn ihr diesen Blog heimlich mitlest, dann meldet euch doch einfach bei uns, Manne zeigt euch gerne die kleinen Sträßchen, die eben nicht Hügel rauf - Hügel runter gehen. Und egal wie ausgestorben das Dorf ist, oder wie eilig die Leute unterwegs sind: Er findet immer einen, den er fragen kann. Da gibt es die verschiedensten Methoden, Aufmerksamkeit zu bekommen: von hinten anschreien, dass der arme Franzose erschrickt und sich umdreht, oder, bei Mädels, die an der Ampel stehen und Musik hören, kurz mal über den Flipflop-Fuß zu fahren.
Ich habe noch etwas wichtiges zum Belgischen Kreisel erfahren: Wenn der Mann vorne, sei es Abelard, Benoit oder Manne, den Kopf zur linken Seite neigt, dann die rechte Hand vom Lenker nimmt, und die Hand ans Gesicht führt- wohin genau sieht man von hinten ja nicht, ich sage euch es ist das rechte Nasenloch- dann, spätestens dann muss man die Windschattenposition weiträumig verlassen. Ich hab's auch versucht, als ich vorne war, aber hat nicht geklappt, dazu braucht man mehr Übung.
Es sind jetzt zunehmend mehr Fahrradfahrer unterwegs, sehr viele junge Familien und junge Paare mit einem Anhänger für das Kind.
Unsere Italiener haben wir in der Pizzeria wieder getroffen. Mal schauen, wie oft der Manne ihnen begegnet bis ans Meer. Wir sind übrigens heute am Schild 462 km bis St, Nazaire vorbeigekommen. Das ist ja ein klacks! Da muss der Manne noch ein paar Runden fahren, sonst sind wir gleichzeitig zuhause.
Pont du Canal im Morgenlicht- ich warte bis Manne seine Taichi -Übungen fertig hat
Und wieder fahren wir auf ein AKW zu:
Das Schönste heute: die Schokolade







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