Montag, 27. Juli 2015

11.Tag: Von Bourbon-Lancy nach Nevers




Wir waren zu sechst für den belgischen Kreisel und das hat sehr gut funktioniert: Abelard, Benoit, Charles, Dominic, Emil und Frederic haben sich gleichmäßig abgewechselt. Von unseren 75 km, die wir heute gefahren sind, waren nämlich 45-50 km heftige Gegenwindstrecke. Manne war A, B, C, D und E und ich war Frederic. Danke A bis E, das habt ihr gut gemacht!

Die Strecke hatte uns gestern beim Planen schon Kopfzerbrechen bereitet, der Radweg macht heftige Schleifen im Hügelgelände und als Alternative gibt es  zwei große Straßen die D 979 und die D15, keinen Treidelpfad am Wasser. Wir versuchen die D 979, aber beim zweiten Laster, der an mir vorbei brettert gebe ich schon auf, das ist zu grässlich! Wir schlängeln uns am Fuß der Hügel entlang, Manne immer mit Karte und seinem inneren Kompass, der sich nicht verwirren lässt. Lob, Lob, Lob! Und als selbst er mal nicht weiter weiß, kommt uns das einzige Auto auf dieser Strecke entgegen und der Einheimische erklärt uns den Weg. 
Bald schon wechseln wir auf die andere Seite des Kanals, fahren auf die nicht sehr stark frequentierte D15 und kommen durch völlig verlassene Dörfer:
Aber in Gannay-sur-Loire gibt es einen kleinen Laden mit Cafe-Bistro und wir bekommen einen wunderbaren normannischen Apfelkuchen serviert- noch warm- und Früchtecocktail aus Mango, Kiwi und Banane.
Nach etwa 35 km kommen wir endlich am Loire Radweg, welch ein Glück:
Jetzt geht es nur noch neben dem Kanal entlang bis nach Nevers.  


Und zum Schluss müssen wir die Räder noch auf einen Damm hieven:

Das Schönste heute: Dass die dunklen Regenwolken immer nur über uns hinweg gezogen sind, wir haben kaum einen Spritzer abbekommen. Ja, man wird bescheiden.

Und nun mein Tag:

Heute früh. Heftiger Regen. Immer wieder peitschen Regenböen gegen das Fenster.
Angesichts der ungenauen Kartenlage, sind wir heute Morgen trotzdem  früh aufgestanden. Vielleicht etwas zu früh. 
Zumindest hatte ich den Eindruck. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon vorher einmal mit einer Erd-männchenfrau gefrühstückt habe.Etwas verkrampft offen gehaltene Augen und immer kurz davor, schlagartig rechts vom Stuhl zu fallen, so sass Friederike heute Morgen vor mir.
Zum Glück hat der Regen kurz vor Abfahrt aufgehört. Und Erdfrau Frieda war auch spätestens am ersten Hügel wach. 
Die Strecke Richtung Nevers, Friederike hat es schon angedeutet, hätte locker auch um die 100 km lang sein können. Manchmal ist es nicht so ganz nachzuvollziehen, wie der Streckenverlauf des Eurovelo ausgewürfelt wird. Sicher hätten wir heute erhebliche Schwierigkeiten bekommen, wenn wir die vorgeschlagene Route ganz ausgefahren wäre - oder, siehe oben, die als "im Ausbau befindliche" Strecke nicht fertig gewesen wäre.
Aber eigentlich ist alles super gut gelaufen. - Bis auf den Gegenwind. 

Und dann keine richtige Mittagspause mit Bademöglichkeit! Und das schon den 2.Tag. Dafür hat sich Friederike wirklich extrem gut gehalten. Der Belgische Kreisel funktioniert inzwischen wirklich hervorragend.
So langsam verstehe ich die Empfehlungen auf den diversen Seiten, die Fahrt vom Meer nach Basel zu fahren. 
Aber wer singt  schon gern "La Mer" und fährt in die andere Richtung.

16:00 im Hotel in Nevers. Da bleibt wenig Zeit für das Touristenprogramm. Raus aus den Radlerklamotten und auf die Touripiste!!
Nevers hat wirklich einiges zu bieten.

Die Kathedrale, St.-Cyr et Ste.-Julitte ist ein gewaltiges Gebirge, das aus der Altstadt herausragt. 

Jede Menge Wasserspeier, das ganze gotische Programm. Doch der Innenraum ist fast noch gewaltiger.

Beeindruckend auch der Mut zu moderner Kirchenfenstergestaltung. Manche haben mir recht gut gefallen. Einzig die großen Fenster in der Apsis sind nicht so ganz mein Geschmack. Die Bedeutung der "fliegenden Toastbrotscheiben" im Kirchenjahr konnte ich nicht so ganz nachvollziehen.
Das Highlight der Stadt ist der "Palais Ducal", einer der schönsten Renaissancebauten Zentralfrankreichs. 
Von außen. Wie er innen genutzt, beziehungsweise umgebaut und umgenutzt wurde, darüber lässt sich streiten.

Aber jetzt ist es gut. Morgen schlafen wir aus. Kürzere Tagestour, hoffentlich weniger Gegenwind und Frühstück mit ohne Erdmännchenfrau.









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