12. Tag von Nevers bis Charité-sur-Loire
Heute war entspanntes Aufstehen angesagt, Das Hotel sehr nett, aber auch ein bisschen creepy. Der junge Betreiber ( Hotel geerbt?), eine französische Variante von Dilbert, hat ein Faible für Katzen. Er behauptet, es würden nur 8 Katzen im Hotel rumlaufen. Mir kam es so vor, als wären es viel mehr. Zumal noch Dutzende von Porzellankatzen, Katzenteekannen, Stoffkatzen, Katzenbilder, Katzenposter.... rumstanden und rumhingen.
Aber das Frühstück war gut. Selbstgemachter Joghurt, selbstgemachte Marmeladen, selbst gebackener Kuchen. Ob da die Frau Mama im Hintergrund Regie führt?
Kurz hinter Nevers die 4.(?) Kanal-über-den-Fluss-Brücke. Langsam gewöhnt man sich daran. Doch diese war besonders beeindruckend. Sowohl was die Loire anbelangt, als auch die Länge und Höhe der Brücke betreffend.
Besonders beeindruckend bei dieser Anlage ist, dass unmittelbar hinter der "pont du canal" eine Schleuse kommt. Das heißt kommt ein Schiff über die Brücke, muss es gleich in eine Schleuse, die dementsprechend einen erheblichen Höhenunterschied ausgleichen muss.
Es geht gemütlich weiter durch verschlafene Dörfer. Aber in fast jedem ist eine romanische Kirche aus dem 11. oder 12.Jahrhundert. Der Radweg wechselt immer wieder zwischen Loireseitenkanal und der Loire. Und dann kommt Friederikes Höhepunkt des Tages:
An den Boucle de la Loire riesigen Sandbänken machen wir Mittagspause. Davon wird Friederike sicher gleich mehr erzählen.
Der teils heftige Gegenwind hält uns nicht davon ab, gegen 15:00 Uhr Charité-sur-Loire zu erreichen. Der Stadt der "Bücher und Worte":
Die schiefergrauen Dächer mit den siennafarbenen Kaminen, im Nachmittagslicht ergeben ein ganz besonderes Ensemble. Wie überhaupt das Städtchen ein ganz eigenes Flair hat. Nicht herausgeputzt, nicht auf "Drosselgasse" getrimmt, eher eine wilde Melange aus Stilen und Epochen. Auf die karolingische Siedlung wird um 1000 eine neue Siedlung und eine gewaltige romanische Kirche gebaut.Dann wird eine Steinbrücke über die Loire gebaut, die die Stadt zu einem wichtigen Pilgerort auf dem Jakobsweg macht. Jean d'Arc belagert die Stadt, in den Hugenottenkriegen wird sie zu großen Teilen zerstört und all das spürt man in der Altstadt, besonders in der Kathedrale, die eine wilde Mischung aus verschiedenen Epochen darstellt, die ungeschönt ineinander verbaut sind. Ein wenig unheimlich, der ideale Schauplatz für eine Gothic Novel
Überall von grünen Moosen oder Schimmel überzogen. Winzige Häuschen, die in die Kirch "eingewachsen" sind
Etwas vergleichbares ist mir noch nicht untergekommen. Unser Hotel liegt auf einer Insel zwischen zwei Brücken. "Zum guten Arbeiter" - und passt zum Ambiente der ganzen Stadt. Richtig schön.
Unser Zimmer in einem kleinen Häuschen im Anbau:
Dass es inzwischen regnet stört nach dem leckeren Abendessen überhaupt nicht. Hauptsache Morgen früh hört es wieder auf.
So jetzt ist Friederike dran.
Ja eigentlich wollte ich mich grad umdrehen und schlafen. Habe zwei leckere verts du rosé zum Abendessen getrunken und dann noch einen Rotein spendiert bekommen - und getrunken, klar!
Es war ein perfekter Radfahrtag und ich habe so viel gesehen:
-morgens die Schwalben, die über den Kanal flogen und zum trinken ganz dicht über das Wasser flogen
-die Wolken, immer wieder die Wolken
-die Angler und Freizeitkapitäne auf den kleinen Motorjachten und auch mal ein paar Fischer mit Außenbord
-die Rinder und Schafe auf der anderen Seite des Deichs- ja wir sind ganz lange auf einem Deich gefahren, die Loire war ganz weit weg, aber offensichtlich ist das Hochwassergebiet.
-die Loire mit all ihren Seitenarmen, Umwegen und Sandbänken
-Schleusen, Brücken, Kirchen und kleine Dörfer
-kleine Möwen, nicht viel größer als Meisen
Und ich habe in der Loire gebadet! Das Wasser war kühl und mit starker Strömung, ein weites, flaches Flußbett, große Sandbänke, fast kleine Inseln. Der Untergrund weich, sandig, man konnte sich darin festkrallen und so in der Strömung gut halten. Massage pur!
Und das war das Schönste heute:












Friederike, wird die Haut nicht langsam dünn vom vielen Baden?
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