15. Tag: von Chateauneuf nach Orléans
"Schaaaaaaade, Schade oh so schade!" schreit es in mir schon den ganzen Tag. Ich würde so gerne diesen klitzekleinen Rest ans Meer noch mitfahren.
Aber dafür habe ich morgen das größte Abenteuer vor mir: Mit dem Zug früh um 4.58 Uhr, nach Paris Austerlitz, dann Bahnhofwechsel nach Paris L'Est, das ist mit dem Rad etwa eine halbe Stunde zu fahren. Durch Paris! Ohne dass mir Manne oder sonst eine kompetente Person (z.B. Marie) vorausfährt.
Und dann noch dreimal umsteigen, Wartezeiten, Fahrrad in den Zug hieven, Taschen zuerst reinschmeißen( so wurde es mir aufgetragen), Platz erkämpfen usw. Wer wissen will, wie es mir erging, also ergangen sein wird, kann es im Sonntagsblog lesen.
Schon das Fahrkartenkaufen war ein Spaß für sich, die nette junge Frau am Schalten hat sich für mich eine halbe Stunde Zeit nehmen müssen.(nicht übertrieben!) Denn es gibt entweder Züge die keine Fahrräder mitnehmen oder solche die keinen Fahrradplatz mehr haben, oder man muss sein Fahrrad zusammenpacken... aber wie komme ich dann noch von Austerlitz nach L'Est? Als sie es geschafft hat, hat sie gejubelt, die Arme in die Höhe gestreckt, ich hab geklatscht und gerufen "Vous etes la..." dann fiel mir das Wort nicht so schnell ein und sie hat übernommen "la meilleure!". Zwei Kollegen kamen dazu, haben sich alles erzählen lassen, haben eigene Ideen zum Streckenplan geäußert, aber sie hat kompetent argumentiert, dass es nur so geht. Merci merci Madame la Meilleure!
Nun zum Fahrradtag: es war gemütlich, eine kurze Strecke und wir hatten Rückenwind. Die Loire muss man ja eigentlich vom Meer her fahren, und wir wurden bisher jeden Tag von denjenigen bedauert, die es richtig geplant haben und uns entgegen kamen. Aber heute nicht!
Meine letzte Badestelle war am Badesee von Orléans und ich konnte mal wieder richtig schwimmen, über mir die Seeschwalben:
Währenddessen hat Manne Tai Chi gemacht, die Schwertform, man beachte das Schwert!
Ein paar Fragen, die ihr lieben BlogleserInnen im Laufe der Tage gestellt habt, will ich heute noch beantworten:
Nein, es ist nicht langweilig, wenn man jeden Tag badet.( Carlheinz und andere)
Nein, man bekommt davon keine dünne Haut, und auch keine Schwimmhäute zwischen den Zehen. (Hubert)
Meine schönen pinken Schule sind leider inzwischen gräulich, aber sie waren wirklich perfekt. (Tina und Töchter)
Die melodische Blumenklingel kann man im Fahrradgeschäft in Engen kaufen und die Welt beneidet einen.(ja gell Rita)
Einer der praktischsten Reise/Badebegleiter war mein neues graugestreiftes Tuch, das mir als Handtuch, Umkleidekabine und Picknickdecke gedient hat. Einmal auch als Polster um elegant vom Steg ins Wasser zu gleiten.(Mario und Elisabeth)
Man kann nicht immer nur schöne Fotos machen.(Marie)
Ja ich habe zweifarbige Beine, also sozusagen gestreift.(alle)
Und nein, wir lassen uns nach dieser Reise nicht scheiden! (Till und alle die sich heimlich Sorgen gemacht haben)
Das Schönste heute: der Rückenwind und Mdme la Meilleure!
Es ist schon ein komisches Gefühl, Friederike beim Packen zuzuschauen. Es hat wirklich eine wunderschöne gemeinsame Reise, und ich kann mir nun gut vorstellen, meine künftigen Touren nicht mehr allein zu unternehmen.
Nachdem wir heute Morgen, wirklich ganz gemütlich aufgestanden sind - nein Kirsten, auch wenn du den Eindruck hattest, wir sind n i e bei Dunkelheit aufgestanden!!!!- haben wir die ersten Kilometer sehr tiefgründige Probleme ventiliert. Zum einen was wohl passiert wäre, wenn so ein Schlossbauer, wenn er ein neues Schloss gebaut hatte und es Chateauneuf genannt hat, auf einmal Lust bekam, noch ein Schloss zu bauen. Kennt jemand von euch ein Schloss oder einen Ort der Chateauneufneuf heißt? Wäre schön zu wissen.
Und ein weiteres großes Rätsel bescherte uns der heutige Tag:
Wie sortiert man Sand nach Farben? Ein riesen Sandwerk. Viele riesige Sandhaufen, und dann viele kleine Sandhaufen, schön nach Farben getrennt. Wer eine Antwort weiss, gerne als Kommentar oder per Email rüberschieben!!
Aber der nachhaltigste Eindruck auf der Fahrt nach Orleans war dieser Garten:
Da hat sich Pappi aber wirklich riesig gefreut, als er zum Geburtstag den neuen Heckentrimmer von Stihl bekommen hat, den mit den extra scharfen Dreifachklingen!!
Das ist nicht der Eingang zu einem herrschaftlichen Anwesen, mitnichten! Links von diesem Gartenwunder steht ein stinknormales Einfamilienhaus, was den surrealen Eindruck dieses Gesamtkunstwerkes noch verstärkt.
Orleans ist ein Ort, an dem es sich lohnt, etwas länger zu bleiben. Ich habe deshalb gleich das Zimmer um eine Nacht verlängert und werde mir die Stadt der Jeanne`d Arc etwas genauer anschauen. Die Kathedrale die wir heute Nachmittag angeschaut haben ist wirklich heftig. All die Fahnen und Wappen, das war schon ungewöhnlich. Auch die Altstadt hat Lust gemacht, Morgen noch etwas mehr zu sehen. Die Fachwerkhäuser, mit den vielen senkrechten Balken, habe ich bisher noch nicht oft gesehen.
Mal schauen, was die Stadt noch alles zu bieten hat. Da Friederike wirklich in aller Herrgottsfrühe los muss - und das liebe Kirsten, hat sie selbst so bestimmt,- wollen wir das Abendprogramm kurz halten. Allerdings gestaltete sich der Abend dann doch etwas länger. Das Aparthotel, in einer Art Studentenhochhaus, hat kein richtiges Bett, sondern ein Ausklappsofa. Wir waren kurz davor, unsere Bettstatt auf dem Boden zu aufzubauen, - doch dann oh Wunder! Machte das Sofa das, woher es seinen Namen hat, es klappte auf!! Ich werde es Morgen garantiert nicht wieder zuklappen. Das soll dann am Sonntag jemand anders machen.
Und dann hatte ich auf einmal den traurigen Anblick vor Augen, wie Friederike alleine ohne mich weiter- fährt:
Friederike! Ich freue mich schon auf künftige Abenteuer!
Und Ihr, liebe BlogleserInnen, hoffentlich haltet Ihr mir auch für den Rest der Reise die Treue, auch wenn die Tagesberichte vielleicht nicht mehr ganz so ausführlich ausfallen werden !
Bis Morgen!
























































